Heinz Reh, bemalt von Jens Meyer, Bergparade von 1719
© SKD, Foto: Frank Hoehler

Glück auf und ab im Erzgebirg!

Der Bergmannsaufzug zur Fürstenhochzeit 1719 und seine Folgen für die Volkskunst

Als es August dem Starken gelang, seinen Sohn Friedrich August mit Maria Josepha, der Tochter Kaisers Karls VI. zu verheiraten, eröffnete er dem Haus Wettin nichts Geringeres als die Aussicht auf den Kaiserthron. Die Hochzeit des Jahrhunderts vor genau 300 Jahren wurde einen ganzen Monat lang nach allen Regeln barocker Prachtentfaltung gefeiert. Der Höhepunkt der nach den sieben Planeten genannten Feste war das Saturnfest im Plauenschen Grund bei Dresden mit seinem gigantischen Bergmannsaufzug.

  • Laufzeit 01.06.2019—03.11.2019
  • Öffnungszeiten täglich 10—18 Uhr, Montag geschlossen

Die Feierlichkeiten machten

Die Feierlichkeiten machten nicht nur auf die geladenen hochadligen Gäste gewaltigen Eindruck, sondern durch den opulenten, in Kupfer gestochenen Festbericht, auch auf die Medienöffentlichkeit der Herrscherhäuser Europas und nicht zuletzt auf die rund 1400 paradierenden Bergleute selbst, die zurück im Erzgebirge mit stolzgeschwellter Brust von ihren Erlebnissen erzählten. Die Ausstellung beleuchtet das Saturnfest aus der offiziellen und aus der inoffiziellen Sicht der Teilnehmer und verfolgt seine Auswirkungen auf die Kultur und Mentalität des Erzgebirges. Unverkennbar hat das Fest die Kreativität der Erzgebirgler inspiriert.

© SKD, Foto: Frank Hoehler
Obersteiger als Lichtträger, geschnitzt und bemalt, Erzgebirge nach 1719

Der Stolz des paradierenden Bergmanns

Der Stolz des paradierenden Bergmanns in seinem Habit fasziniert bis heute genauso wie seine geheimnisvolle, gefährliche und hochtechnisierte Arbeit unter Tage. Holzschnittartig kommentiert die Volkskunst seine Arbeit, seine Freizeit, seine Frömmigkeit und sogar seinen Einfallsreichtum in Krisenzeiten. Der Bergbau ist ohne Zweifel der Quell des sächsischen Reichtums, die Leittechnologie des sächsischen Industriebooms und das Rückgrat der erzgebirgischen und sogar der sächsischen Identität. Aber stimmt es wirklich, was der Volksmund sagt: Alles kommt vom Bergbau her? Bringen wir ein wenig Licht ins Dunkel…

© SKD
Kupferstich nach Jacob Fehling 1724, Bergmannsaufzug im Plauenschen Grund

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